Klanginstallation »Déjà-vu - Déjà entendu?«
Vernissage: 01.12.2018

Bei einemDéjà-vu spricht man im Allgemeinen von einer Erinnerungstäuschung, einer Situation also, die bereits einmal erlebt und gesehen aber nicht geträumt wurde. Vermutlich hat bereits ein jeder Erfahrungen mit Déjà-vu-Erlebnissen sammeln können: das Gefühl nämlich, genau diesen Moment mit allen Sinnen schon einmal erlebt zu haben. Zumeist handelt es sich dabei um sehr kurze, situative Dauern, die schnell wieder verblassen können. Aus persönlicher Erfahrung war zumeist mit dem Identifizieren eines Moments als Déjà-vu, das Ende des Ebensolchen nahe. Gleichwohl bleibt meist ein merkwürdig-befremdliches Gefühl einen Moment darüber hinaus bestehen. Jedoch konnte ich dann für mich nie wirklich klären, ob exakt diese Situation bereits einmal stattfand, oder aber meiner (unterbewussten) Vorstellung und Fantasie entsprang.
Nun sind individuelle Erfahrungen, wie die eines Déjà-vus, schwerlich pluralisierbar. Assoziative Erinnerungen durch Wahrnehmung (sich an dem Ort bewegen, hören, tasten, sehen, …) können jedoch geweckt werden und möglicherweise in einen persönlichen Déjà-vu münden.
Die Klanginstallation »déjà-vu — déjà entendu?«, spielt insbesondere mit der Phänomenologie des assoziativen Erinnerns durch ihre markante audio-visuelle Erscheinung.

Insgesamt 168 Kleinmembran-Lautsprecher sind hierfür im Treppenaufgang des Volkshauses verteilt. Die Anordnung der Lautsprecher erfolgte in acht auf den gesamten Aufgang verteilte Gruppen. Diese sind dabei als abstrakte, flächenartige Gebilde angelegt, wobei einzelne Lautsprecher der jeweiligen Gruppe zu entfliehen scheinen.
Gespeist werden die Lautsprecher zentral von einem Verstärker. Jeder Gruppe ist ein diskreter Audio-Kanal zugewiesen. Durch die Lautsprechergruppen und die notwendigen Kabel entstand ein grafisches Bild, welches sich ortsspezifisch in die bestehende Architektur integriert.
Durch das abstrakte Erscheinungsbild ist dem Betrachter eine freie Interpretation und individuelle Assoziation überlassen. Möglicherweise sind lediglich Spannungsverhältnisse zwischen einzelnen Objekten in ihrem dynamischem Gruppengefüge sofort erkennbar.

Die klangliche Gestalt der Installation zeichnet sich insbesondere durch Atmosphären, u.a. gebildet aus granularem Rauschen, Schritten, Wind und vielen weiteren akustischen Landschaften aus. Zu dem sind ab und zu verschiedene (teilweise elektroakustisch verfremdete) Instrumentalklänge und menschliche Stimmen und Gespräche zu vernehmen. Der Klang selbst wird zum Objekt.

Durch die räumliche Verteilung der Lautsprecher und der Möglichkeit der diskreten Kanalzuweisung, werden auf- und absteigende Flächen ebenso wie einzelne Klangereignisse für jede Lautsprecher-Gruppe erfahrbar. Zudem können jene einzelnen Klangereignisse jeweils durch die Gruppen wandern. Darüber hinaus werden Sektionen der Komposition den Raum akustisch einnehmen, andere Momente erscheinen eher zerbrechlich, leise und deutlich im Hintergrund: Mal muss der Besucher sehr nah mit seinem Ohr an die Lautsprecher um die räumliche und klangliche Tiefe zu erahnen, mal wird der Treppenaufgang durch klangliche Bewegungsfiguren deutlich angeregt.

168 Lautsprecher, verteilt auf den seitlichen Treppenaufgang des Volkshauses,
8 - Kanal Audio

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